Narrenfreundschaftsring Zollernalb

BISINGER HEXEN

Narrenfreundschaftsring Zollernalb

Der Sinn der Fasnet besteht einerseits in der Pflege und Erhaltung von altem Brauchtum und Traditionen, die sich mancherorts sehr weit zurückverfolgen lassen, ja teilweise bis ins Mittelalter belegbar sind. Mit Stolz können viele Narrenhochburgen alte Narrentypen und -kleider präsentieren, ebenso wie andere auf uralte Dokumente, Bilder oder Skulpturen verweisen können, aus denen vieles zum Thema „Narr“ oder „Fasnacht“ ersichtlich ist. Es ist auch bekannt, daß in Orten unseres Kreisgebietes mit überwiegend katholischer Bevölkerung seit altersher während der vorgesehenen Zeit reges Fasnetstreiben herrschte.

Andererseits hat aber das Fasnetsgeschehen seit langem eine Sinnveränderung erfahren, die von den kirchlichen Ursprüngen abgerückt ist.

Die heutige Funktion der Fasnet zeigt ganz andere Motive als die früheren, christlichen Rahmenbedingungen. Das Feiern der Fasnet ist eine Attraktion geworden mit zunehmender Begeisterung und riesigem Zulauf. Die Menschen wollen einmal aus den Ordnungen, Regeln und dem Trott des Alltags ausbrechen. Gar mancher möchte einmal in die Identität eines anderen schlüpfen, durch Verkleidung seine Person verändern oder als Maskenträger gänzlich in einer Anonymität verschwinden.

Viele Freunde des Brauchtums oder der Freude am Fasnetsgeschehen haben sich gefunden und alte Vereine weitergeführt, neue Narrenzünfte ins Leben gerufen und Traditionen begründet. So entstanden in unseren Gemeinden Zünfte mit ganz unterschiedlichen und mannigfaltigen Formen. Viele davon bereits vor dem 2. Weltkrieg, andere noch in diesen Tagen. Neue Masken- und Narrentypen wurden und werden geschaffen, mit örtlichen Episoden oder Gestalten, charakteristischen Vorgängen oder Einrichtungen eines Ortes als Grundlage.

Schon früh haben sich Narrenzünfte zu Verbänden und Vereinigungen zusammengeschlossen. Dadurch besteht die Möglichkeit, seine Narren auch andernorts zu zeigen, selbst das Tun und Treiben anderer zu beobachten, kameradschaftliche Bande zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen. Dieses Bedürfnis bestand bei vielen Zünften auch im Zollernalbkreis.

Im Jahre 1977 trafen sich auf Initiative von Willi Hess und Karl Uttenweiler aus Dotternhausen erstmals 9 Zünfte, um nach kurzen, intensiven Beratungen am 30. September 1977 mit großer Begeisterung, aber auch vielen Erwartungen, den Narrenfreundschaftsring Zollern – Alb zu gründen.

Von den Gründungszünften Bisingen, Dormettingen, Dotternhausen, Erlaheim, Geislingen, Nusplingen, Stein, Stetten/Hechingen und Zimmern u. d. B. wurde Willi Hess zum 1. Ringpräsidenten gewählt. Max Jauch aus Geislingen wurde 2. Präsident, er hat das Amt bis zum heutigen Tag inne.

Zum Schriftführer wurde Willy Leibold aus Bisingen bestimmt, der 1981 von Günter Willems aus Nusplingen abgelöst wurde. Der Beschluß einer Satzung legte unter anderem auch Sinn und Zweck des Narrenfreundschaftringes fest: Pflege und Erhaltung der heimatverbundenen und alten Fasnetsbräuche, Vergabe von Freundschaftsringtreffen, Abhaltung von Ringversammlungen, Austausch von Erfahrungen, gegenseitige Unterstützung, Aufnahme von Narrenzünften aus Gemeinden im Zollernalbkreis.

Das 1. Ringtreffen wurde an die Narrenzunft Erlaheim vergeben. Es fand 1979 statt. Mit großer Spannung wurde dieses von allen Mitglieds- und vielen Gastzünften erwartet. Mit riesigem Engagement und Können haben die Narrenfreunde aus Erlaheim gleich das 1. Treffen zu einem großen Erfolg werden lassen. Der Grundstein für eine unaufhaltsame, von mächtigem Aftrieb geprägte Entwicklung aller Ringzünfte und damit dem Ring selbst war gelegt.

Leider sollte dieses Treffen das erste und letzte für den 1. Ringpräsidenten Willi Hess sein. Nach langer, schwerer Krankheit verstarb ein großes Vorbild, lieber Kamerad und stets hilfsbereiter Narrenfreund im Herbst 1979. Er ist heute noch in unserer Erinnerung lebendig. Die Ringversammlung wählte daraufhin am 7. Dezember 1979 Karl Uttenweiler zum neuen Präsidenten. Mit viel Freude und Einsatz führt er den Ring bis zum heutigen Tag.

Das harmonische und kameradschaftliche Verhältnis der Ringzünfte untereinander, wohl mit eine der schönsten Eigenschaften des Ringes, auf die wir alle stolz sind, ließ bald weitere Narrenzünfte zu uns stoßen. Die Narrenzunft Ratshausen wurde 1980 als 10. Zunft in den Ring aufgenommen, der im Jahre 1983 die Germanenzunft Benzingen und die Narrenzunft „Tagele“ aus Tailfingen folgten. Als 13. und 14. Zunft wurden die Narrenzünfte Binsdorf und die Narrhalla Boll im Jahre 1984 Ringzünfte. Die 15. Zunft wurde 1987 die Narrenzunft Schlatt. Der Burgnarren-Verein aus Straßberg im Jahre 1989 und die Narrenzunft Unterdigisheim 1990 kamen als weitere Zünfte in den Ring.

Leider erfolgte 1992 der Austritt der Narrenzunft Tagele aus Tailfingen wegen Vereinsunstimmigkeiten.

Als damit 17. Zunft konnten wir 1995 die Zollerhexen aus Hechingen im Ring begrüßen. Die Bisinger Nichthuldiger und Kirchamäus kamen 1999 als 18., die Bisinger Butzen 2001 als 19. Zunft dazu. Im Moment haben wir mit den Erzinger Pflomasäck und den Bechtholdweilemer Ehrenwalddister zwei Gastzünfte im Ring. Alle Neuhinzugekommenen wurden herzlich aufgenommen und erfreuen sich großer Beliebtheit in der Ringgemeinschaft.

Seit 1994 gibt es im Ring ein fünfköpfiges Brauchtumsgremium. Es berät den Narrenfreundschaftsring und seine Mitgliedszünfte bei allen Belangen des Fasnetbrauchtums und prüft Aufnahmeanträge im Sinne der Brauchtums- und Aufnahmerichtlinien des NZA.

Im Ringpräsidium gab es über die Jahre hinweg immer wieder Veränderungen so im Herbst 1995 als Ringschriftführer Günter Willems nach 14 Jahren sein Amt an Harald Freudenmann abgab. 2004 Verstarb unser geschätzter Vizepräsident Max Jauch und 2005 entschied sich Karl Uttenweiler nach 26 erfolgreichen Jahren als Ringpräsident sein Amt niederzulegen. Mit Walter Sieber fand man bei der Germanenzunft Benzingen einen kompetenten Mann für die Position des Ringpräsidenten. Seit 2003 besteht das Präsidium aus 5 Mitgliedern.

Im Moment sind dies:

Ringpräsident: Walter Sieber
Vize- Ringpräsident: Thorsten Spörl
Ringschriftführer: Edgar Eberle
Beisitzer und Kassierer: Klaus Edelmann
Beisitzer: Gunther Theil

 

 

 

 

Eine immer größer werdende Resonanz bei den Narren, wie bei unseren Gästen durften wir bei unseren Ringtreffen erfahren. Viele tolle Treffen konnten in den vergangenen Jahren gefeiert werden. Allerdings gab es 1989 wegen dem damaligen Golfkrieg einen Ausfall des Ringtreffens in Benzingen. Sicher keine leichte Entscheidung. 1995 feierten wir das 25. Ringtreffen in Hechingen mit der Herausgabe unseres Narrenbuches. Ebenfalls etwas besonderes war das Ringtreffen in Erzingen 2009 das erstmals von einer Gastzunft ausgetragen wurde. Eine Aufstellung der Ringtreffen finden Sie im Archiv.

Erstmals fand im Jahr 2000 in Stein auf Initiative der dortigen Zunft ein Kindernarrentreffen statt. Dies wurde ein großer Erfolg für die Zunft und den Ring. Im Jahre 2010 ebenfalls wieder in Stein feierten wir heuer das  10 Jubiläum unserer Kinderringtreffen.

Wenn wir nun 2011 in Benzingen unser 33. Ringtreffen durchführen, haben wir die Gewissheit, dass der Narrenfreundschaftsring Zollern-Alb dazu beigetragen hat, vielen Närrinnen und Narren und Freunden der Narretei das Fasnetsbrauchtum, die Traditionen und vielfältigen Erscheinungsformen unserer heimischen, schwäbischen Fasnet zu vermitteln. Mit Humor, Frohsinn und guter Laune wollen wir das auch weiterhin tun.

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