Über die Bisinger Hexen

BISINGER HEXEN

Über die Bisinger Hexen

Am Fasnetsdienstag 1955 saßen einige Fußballspieler in der Gaststätte „Rose“ in Bisingen. Sie hatten für verletzte Kameraden gesammelt und das Ergebnis war recht gut gewesen. Nach langer Beratung kamen sie auf die Idee, als Wedelweible „zu gehen“ und so verkleidet für ihre verletzten Kameraden zu sammeln. Von dieser Zeit an wurde aus den Bisinger Fußballspielern an der FasnetHexen.

 

 

 


 

Im Jahre 1956 erschien eine kleine Gruppe von Hexen in rot-schwarz kombinierten Altweiberkleidern, mit Gummimaske, Besen und Strohschuhen. Es waren hauptsächlich die Gründungsmitglieder der Bisinger Hexen, die sogenannten „Urhexen“.

 

 

 


Ein Teil des Fasnetsbrauchtums in Bisingen war der Hexenglaube des 18.19. Jahrhunderts. Hier spielte das Wedelweible eine große Rolle. Dies war nämlich eine Art Hexe, die vor allem Kinder holte und ins Kirchhölzle, einem Waldteil zwischen Bisingen und Engstlatt brachte.
In diesem Waldteil regiert diese Hexe heute noch der Sage nach, und nur wer viel Mut hat und das Wedelweible mit eigenen Augen sehen will, muss im Kirchhölzle ausharren bis es dämmrig wird, denn vorher zeigt sich die Hexe nicht.


1969 war die Gruppe der Bisinger Hexen auf eine stattliche Größe angewachsen. Durch viele Auftritte
außerhalb der Gemeinde und auch im Ausland, wurden die Bisinger Hexen von Jahr zu Jahr bekannter.

 

 

 

 


Die Bisinger Hexen werden zur Zeit von der Oberhex, der Magicushex, der Magisterhex, der Naturalishex, der Malefixhex, der Personalishex und der Kulinarishex regiert. Dazu kommt noch die gewichtige Stimme des Schlösslesteufels bzw. die dessen Stellvertreters. Doch die oberste Herrschaft hat nach wie vor, zumindest in der Fasnetszeit, Hulda die Schreckliche. Hulda ist einer der Namen für die germanische Göttin Hede. In dem Roman „Rheingold“ von Stephan Grundy heißt es: „Weißt du, was für eine Nacht ist, Sigfried?“ fragte Regin mit tiefer rauer Stimme. Bei dem unheimlichen Klang lief Sigfried ein Schauer über den Rücken, und zum ersten Mal spürte er Regins unheimliches Wesen. Sigfried war nie zuvor bewusst geworden, wie wenig von einem Menschen sein Pflegevater an sich hatte. Diese plötzliche Erkenntnis macht ihn mit einem Schlag unnatürlich wach, und er wusste, ein großes Abenteuer wartete auf ihn.
„Nein“, antwortete Sigfried ehrlich, holte tief Luft und versuchte seine Aufregung zu zügeln. „Sag es mir bitte“.
„Das ist die erste Walpurgisnacht, die nach der Göttin Hede – du weißt, Frowe Hulda, die Hexe. Und jetzt will ich dir das erste Geheimnis enthüllen: Du bist zwar am Ostarafest gezeugt und am Hulfest geboren, aber ein Samen deiner Geburt wurde vor Jahren in einer Walpurgisnacht gelegt. Hast du das verstanden?“.

Mitgliederzahl: ca. 160 Gründungsjahr: 1955 Narrenruf:

„D´Hex isch – horeg – ond batsch – nass“ (Die Entstehung ist nicht ganz klar. Es ist zu vermuten, dass der erste Teil eine Abwandlung des Fasnetsspruchs „Horeg, horeg isch dia Katz…“ ist. Der zweite Teil könnte den Zustand der Hästräger nach einem guten Narrensprung aufzeigen, der einen zum Schwitzen brachte.

„Bass uf – dr zwickt“ (Entstehung siehe „Entstehung des Schlösslesteufel“


Maskenerklärung:

Im Laufe der Zeit erschienen auch die ersten Holzmasken. Oskar Fecker aus Steinhofen fand eine alte überlieferte Maske aus dem Jahre 1864 und entwickelte daraus die Maske der Bisinger Hexe; eine Maske mit ausgeprägter großer Hakennase und einem breiten Mund mit Lückengebiss. Am Kinn, das stark vorsteht, befindet sich eine große schwarze Warze und die tiefliegenden Augen sind von stark ausgeprägten Augenbrauen überschattet. Über der Stirn zeigt sich ein schwarzer Haaransatz, an dem ein rotes Kopftuch befestigt ist.

Mit dem Auftreten der ersten Holzmasken wurde bei den Bisinger Hexen das endgültige Häs festgelegt:
„Die Holzmaske mit dem roten Kopftuch, eine rote Mantille mit dem Bisinger Wappen in der Mitte auf dem Rücken, schwarze Bluse mit dem Hexenemblem und Bisinger Wappen, schwarzer Rock, roter Halbschurz, rote Strümpfe, weiße Stehbrunzhose, Strohschuhe, Handschuhe und ein handgebundener Besen mit langem Haselstock. Die Farben rot und schwarz symbolisieren das Höllenfeuer (rot) und die unheimliche Dunkelheit (schwarz).“